Winterhaltung von Pferden: Komfort und Gesundheit

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Im Winter brauchen Pferde besondere Pflege und komfortable Haltungsbedingungen, damit sie gesund und in guter körperlicher Verfassung bleiben. Worauf muss man im Stall achten und was ändert sich bei der Pferdepflege in der kalten Jahreszeit?

Was erwartet Pferde im Winter?

Pferde vertragen Kälte gut, aber sie müssen schrittweise auf den Winter vorbereitet werden. In der warmen Jahreszeit bauen Pferde Fettreserven auf und im Herbst beginnen sie, ein dickes Fell zu entwickeln. Mit dem Einsetzen der Kälte beschleunigt sich der Stoffwechsel der Huftiere, um eine konstante Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Dies erhöht den Kalorienbedarf, insbesondere wenn die Tiere aktiv bleiben.

Nicht nur Kälte, sondern auch Wind und hohe Luftfeuchtigkeit können sich auf den Zustand der Pferde auswirken. Feuchtes Fell verliert seine wärmeisolierenden Eigenschaften, und Zugluft in den Ställen verschlimmert die Situation.

Außerdem können Pferde unter ungewohnten Bedingungen Stress erleben: bei plötzlichen Temperaturschwankungen oder beim ersten Ausritt im Schnee. Starker Stress kann den Appetit und das Verhalten des Pferdes beeinflussen, daher ist es wichtig, dies bei der Vorbereitung auf den Winter zu berücksichtigen.

Winterfutter: Gibt es Unterschiede?

Futter. Die Winterernährung von Pferden unterscheidet sich von der Sommerernährung. Obwohl Pferde im Winter weniger aktiv sind, benötigt ihr Körper in dieser Zeit mehr Energie für die Thermoregulation. Daher ist es wichtig, den Anteil an energiereichen Bestandteilen in ihrer Ernährung zu erhöhen. Die Grundlage des Futters ist Heu, das bis zu 80 % der gesamten Futtermenge ausmacht. Das Heu wird in einem trockenen, gut belüfteten Raum gelagert, um Fäulnis und Schimmelbildung zu verhindern. Feuchtes oder verschimmeltes Heu beeinträchtigt das Wohlbefinden der Pferde, und Mykotoxine im Futter können schwere Krankheiten verursachen.

Pferde sollten regelmäßig, vorzugsweise zur gleichen Zeit, gefüttert werden. Für Pferde, die im Winter aktiv sind, sollten zusätzliche Kohlenhydrate und Fette in Form von Hafer und/oder Kraftfutter in die Ernährung aufgenommen werden.

Da es im Winter kein frisches Gras gibt, erhalten Pferde einen Teil der Mikronährstoffe, insbesondere die Vitamine A und D, nicht, weshalb der Ernährung Vitaminpräparate zugesetzt werden. Für die Gesundheit der Knochen und Hufe spielen Kalzium und Phosphor eine wichtige Rolle. Im Winter ist es besonders wichtig, Minerallecksteine im Stall aufzubewahren – sie helfen, den Mangel an Spurenelementen auszugleichen. Die Lecksteine werden an einem für die Pferde zugänglichen Ort platziert.

Wasser. Normalerweise trinkt ein Pferd je nach Größe und körperlicher Aktivität zwischen 25 und 55 Liter Wasser pro Tag. Ist das Wasser im Tränkebecken zu kalt, trinken Pferde weniger, obwohl ihr Wasserbedarf im Winter unverändert bleibt. Daher muss den Pferden wie zu jeder anderen Jahreszeit ein ständiger Zugang zu sauberem, nicht kaltem Wasser mit einer Temperatur von mindestens 8–10 °C gewährleistet werden. Die optimale Wassertemperatur für ausgewachsene Pferde beträgt 10–12 °C, für Jungtiere 15–20 °C. Wenn das Wasser kälter als 8 °C ist, sollte es erwärmt werden oder eine kleine Menge Heu in den Trinkbehälter gegeben werden, damit das Pferd langsamer trinkt, das Wasser zwischen den Zähnen hindurchfließen lässt und es im Mundraum erwärmt. Das Trinken von kaltem Wasser führt zu Unterkühlung, Krankheiten und Fehlgeburten bei trächtigen Stuten.

Angenehmes Mikroklima im Stall

Pferde passen sich an niedrige Temperaturen an, dennoch ist es für ihre Gesundheit wichtig, ein angenehmes Mikroklima aufrechtzuerhalten. Der Winterstall sollte Schutz vor starken Temperaturschwankungen und starkem Wind bieten. Was zu beachten ist:

Wärmedämmung. Die Wände und Fenster des Stalls müssen die Wärme speichern und Zugluft verhindern, die von Pferden schlecht vertragen wird. Die Tiere kühlen schnell aus und werden häufiger krank. Die ideale Temperatur im Stall liegt zwischen +8 und +15 °C. Für einige angepasste Pferde sind Temperaturen bis zu -10 °C zulässig. Wenn es im Raum kälter wird, kommen zusätzliche Heizmittel zum Einsatz – Decken, manchmal auch Heizungen.

Belüftung. Im Winter muss der Stall gelüftet werden, damit die Luft nicht stagniert, aber es ist wichtig, Zugluft zu vermeiden. Eine gute Wahl ist die Installation eines geeigneten Belüftungssystems.

Einstreu. Wenn Schnee in den Stall gelangt, wird die Einstreu schneller nass und trocknet bei niedrigen Temperaturen schlecht. Wechseln Sie die Einstreu regelmäßig: Feuchtigkeit und Schmutz führen nicht nur zu einer Unterkühlung der Tiere, sondern sind auch eine Quelle für Infektionen.

Beleuchtung. Im Winter verkürzt sich die Anzahl der Tageslichtstunden, was sich auf den Tagesablauf und das Wohlbefinden der Pferde auswirkt. Um den gewohnten Tagesablauf aufrechtzuerhalten, sorgen Sie für künstliche Beleuchtung im Stall. Dies erleichtert außerdem die abendliche Pflege der Pferde.

Pflege der Hufe

Im Winter sind die Hufe aufgrund von Schnee, Eis und Schmutz einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Eisansammlungen zwischen Hufeisen und Huf verursachen den Tieren Unbehagen und können zu Verletzungen führen. Daher müssen die Hufe der Pferde im Winter ebenso wie im Sommer regelmäßig gereinigt werden. Einige Pferde kommen im Winter ohne Hufeisen aus, aber wenn das Tier häufig auf vereistem Boden läuft, lohnt es sich, spezielle Winterhufeisen mit Spikes gegen Ausrutschen anzubringen. Auch deren Zustand muss sorgfältig überwacht werden, da Schnee und Eis das Metall schnell abnutzen können.

Pflege des Fells

Das Fell von Pferden ist ein natürlicher Wärmeregulator. Nach dem Herbstfellwechsel wird es dichter und speichert die Körperwärme, aber wenn es vom Schnee nass wird, verliert das Fell seine wärmeisolierenden Eigenschaften. Verwenden Sie bei starkem Frost oder Niederschlag wasserdichte, warme Decken. Übertreiben Sie es nicht, wenn Sie Ihr Pferd bei einem leichten Temperaturrückgang zudecken: So kann sich das Tier nicht allmählich an die bevorstehende Kälte anpassen und schwitzt im Extremfall, wird durch den Schweiß nass und friert nur noch stärker. Decken werden für kurzhaarige und geschorene Pferde sowie für Tiere empfohlen, die viel Zeit in der Kälte verbringen. Eine wichtige Regel: Die Decke muss trocken sein, daher muss sie nach intensiver Arbeit oder einem Ausritt im Schnee unbedingt gewechselt werden. Daher benötigt man für ein Tier mindestens zwei Decken.

Außerdem kann das Fell eines Pferdes im Winter mehr Schmutz, Schnee und Eis ansammeln. Eine gründliche tägliche Reinigung hilft, es in gutem Zustand zu halten, verbessert die Durchblutung und verhindert Feuchtigkeitsansammlungen, die zu Hautreizungen oder Infektionen führen können.