Besonderheiten der Fütterung trächtiger Stuten

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Durch Erfahrung wurde festgestellt, dass die Ovulation bei Stuten (die sogenannte „Brunst“) normalerweise von April bis November stattfindet. Genau dieser Zeitraum eignet sich am besten für die Befruchtung. Es stellt sich die Frage: Wie sollte die Ernährung einer trächtigen Stute aussehen, damit sie ein gesundes Fohlen zur Welt bringt?

Die Fruchtbarkeit einer Stute, d. h. ihre Fähigkeit zur Empfängnis, wird in erster Linie durch die Verlängerung der Tageslichtstunden im Frühjahr beeinflusst, die zu einer Verringerung der Melatoninproduktion im Körper des Pferdes führt, wodurch hormonelle Reaktionen ausgelöst werden, die zu einer erhöhten Aktivität der Eierstöcke führen. All diese inneren Prozesse fallen mit dem Wachstum des Grases auf den Weiden zusammen, was zu einer Verbesserung der Ernährung der Pferde führt, was sich ebenfalls auf die Empfängnisfähigkeit auswirkt. So ist beispielsweise bekannt, dass Beta-Carotin, das in Wiesengras enthalten ist, sich positiv auf die Reifung der Eizellen auswirkt.

Es ist auch bekannt, dass einige Pferdezuchtbetriebe, die sich mit der Zucht reinrassiger Pferde befassen, künstliche Beleuchtung und verbesserte Fütterung einsetzen. In der Zeit nach der Geburt beginnt die Stute Milch zu produzieren, was eine große Belastung für den Stoffwechsel darstellt.

Nach 3-4 Monaten Laktation nimmt die Menge und Qualität der Milch ab, da das Fohlen zu diesem Zeitpunkt die Fähigkeit erlangt, feste Nahrung aufzunehmen. Sobald das neugeborene Fohlen auf den Beinen steht, werden die Stuten bei der ersten Brunft wieder mit Hengsten gepaart. Es stellt sich heraus, dass Laktation und Trächtigkeit bei Stuten gleichzeitig ablaufen.

Beobachtungen zufolge stellen die Stoffwechselbedürfnisse in der Mitte und am Ende der Laktationsphase sowie zu Beginn der Trächtigkeit keine große Belastung für die Stute dar.

In den ersten acht Monaten der Trächtigkeit wird die Stute mit einer Erhaltungsration gefüttert.

In den letzten drei Monaten der Trächtigkeit (9–12 Monate) erhöht das aktive Wachstum des Fohlens den Nährstoffbedarf der Stute. Gleichzeitig nimmt ihre Fähigkeit ab, große Futtermengen aufzunehmen. Bei Stuten, die im Mai–Juni fohlen, wird der erhöhte Nährstoffbedarf durch frisches, saftiges Gras gedeckt.

Für Tiere, die von Januar bis April fohlen oder auf schlechten Weiden grasen, ist eine zusätzliche Fütterung erforderlich, wie sie für Zuchttiere üblich ist, die bis zu 30-40 % der täglichen Ration ausmachen kann. Stuten einheimischer (aboriginaler) Pferde benötigen keine zusätzliche Energie und Proteine aus solchen Futtermitteln – sie benötigen lediglich zusätzlich essentielle Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe, die in Nahrungsergänzungsmitteln für die Fortpflanzung enthalten sind.

Zu Beginn der Laktation produziert der Körper der Stute Milch. Daher führt jede Verringerung des Kaloriengehalts der Nahrung dazu, dass das Tier an Form verliert, da es für die Milchproduktion Energie aus seinen inneren Reserven aufwenden muss. Dies kann der Gesundheit der Stute schweren Schaden zufügen. Bei trächtigen Stuten in der späten Trächtigkeit bestimmt die Jahreszeit den Fütterungsplan des Tieres.

Für Stuten, die im Januar und April fohlen, oder Stuten, die hauptsächlich Heu und Heulage fressen, ist bei Zuchttieren eine erhebliche Futterzugabe (bis zu 60 % der Tagesration) erforderlich, um den aufgrund der Milchproduktion stark gestiegenen Nährstoffbedarf zu decken. Stuten, die zwischen Mai und Juni fohlen, erhalten ausreichend Nährstoffe aus dem Frühlingsgras und benötigen weniger Kraftfutter.

Für Arbeitspferde können spezielle Zusatzstoffe verwendet werden, um den Mangel an Spurenelementen auszugleichen, die im Gras fehlen können. Wasser Während der Laktation verdoppelt sich der Wasserverbrauch einer säugenden Stute, daher muss sie immer Zugang zu frischem und sauberem Wasser haben. Energie Bei trächtigen und säugenden Stuten steigt der Energiebedarf erheblich an, er verdoppelt sich praktisch (im Vergleich zum Niveau zur Aufrechterhaltung des Organismus), um das Wachstum des Fötus und die Milchproduktion sicherzustellen.

Bei trächtigen und säugenden Stuten steigt auch der Proteinbedarf, da für die Milchproduktion und das Wachstum des Fohlens ein erhöhter Gehalt an essentiellen Aminosäuren erforderlich ist.

Der Bedarf an Spurenelementen steigt bei trächtigen Stuten parallel zum Energie- und Proteinbedarf. Bis zu einem gewissen Grad kann der erhöhte Bedarf durch die Fütterung von nährstoffreichen Futtermitteln gedeckt werden, aber insbesondere in dieser Phase steigt der Bedarf an Kalzium und Phosphor, die eine wichtige Rolle beim Knochenwachstum und bei der Milchproduktion spielen. Infolgedessen steigt der Bedarf an diesen Nährstoffen im Vergleich zum Erhaltungsbedarf um das Dreifache.